Besondere Tisch–Ereignisse

Besuch Folkwang-Museum Essen
12.03.2010

Besuch Folkwang-Museum Essen

Besuch des wiedereröffneten Essener Folkwang-Museums (mit Damen), s. Fotoband TG Wirtschaft Teil 3 "Anno 2010"           

Presseartikel (nicht veröffentlicht)

„Am 12. März 2010 besuchten Mitglieder der TG-Wirtschaft mit Damen „Das schönste Museum der Welt“ in Essen. Die Sanierung des Altbaus von 1962, der unter anderem Bilder von Cèzanne, van Gogh, Gauguin, Manet und Monet aufnehmen wird, ist noch nicht abgeschlossen - der gläserne Neubau ist allerdings schon eröffnet. Man kann der Stadt Essen zu dieser Architektur gratulieren. David Chipperfield, der sich bei der Ausschreibung unter 200 Wettbewerbern als Sieger profilieren konnte, ist es in hervorragender Weise gelungen, eine Symbiose zwischen Altbau und Neubau herzustellen.  Mit der Fertigstellung des Erweiterungsbaus entsteht ein weiterer Lichtpunkt für die Museenlandschaft in NRW.  

David Chipperfield lässt Tageslicht auf Ölgemälde und Skulpturen fallen. Die großzügige Anordnung der Bilder entsprechen den Vorstellungen des Architekten, jedem Objekt genug Platz zur Entfaltung zu lassen. Helle Wände, etliche Fenster und ein vollständiger Verzicht auf Türen sind weitere besondere Merkmale, welche die Offenheit des Museums in seinem Inneren unterstreichen. Der Besucher wird nicht gezwungen, einen vorgeschriebenen Rundgang einzuhalten.

Auch aus städtebaulicher Sicht wendet sich das von außen grünlich schimmernde Museum Folkwang zur Innenstadt, wirkt deshalb nicht in sich geschlossen, sondern lädt die Menschen zum Besuch ein. Der gläserne Neubau ersetzt einen zwar erst 1983 erbauten Altbau, der jedoch von seiner Substanz als auch im Entwurf so unattraktiv und mangelhaft war, dass er kaum Freunde unter den Besuchern fand.

Aber erst Prof. Dr. h. c. mult. Bertold Beitz, ließ den Wunsch vieler Essener Bürger, dieses Gebäude zu ersetzen, in Erfüllung gehen. Als Kuratoriumsvorsitzender der Alfred-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung stellte er 55 Mio. Euro für den Neubau zur Verfügung mit der Auflage, dass das architektonische Meisterwerk 2010, wenn Essen Kulturhauptstadt ist, eröffnet wird.

Wenn man das Foyer betritt, erblickt man schon einen Ausschnitt auf die moderne Kunst. Wir sahen „Die Kunst seit 1945“ mit zahlreichen Bildern und Skulpturen von Andy Warhol, Morris Louis bis zu Gerhard Richter und Frank Stella. Man spaziert von Andre Gurskys Fotografie „Prada II“ zu Yves Klein Blattgold-Werk „MG 28“, zu einem Wolkenbild von Gerhard Richter weiter zu Barnett Newmans „Gefesseltem Prometheus“ oder zu Frank Stellas „Basra-Tor“. Über Kunst lässt sich ja trefflich streiten. „Der Tummelplatz der Assoziationen“, bestehend aus Expanderstricken als Wäscheleine, einem Holzblock mit einem Wollteppich in hellem Lila, zwei Ventilatoren und drei geblümten und mit Farbe bekleckerten Sitzkissen sowie einem Korb mit echten Früchten (Orangen, die vierzehntäglich vom Museum ausgetauscht werden müssen) und unechten Früchten (Äpfel) wollte sich den Mitgliedern der TG Wirtschaft nicht recht erschließen.

Weitere Räume beinhalten Fotografie, Grafik und Unikate des Deutschen Plakat-Museums. Zum Abschluss kann man von einer gelungenen Führung durch das neue Museum und die Ausstellung sprechen, deren Genuss noch runder gewesen wäre, wenn man bei einer so großen Besuchergruppe auf die Technik eines Audio-Guides hätte zurückgreifen können.

Nach einem Rundgang von ca. 2 Stunden verließen wir das architektonische Meisterwerk aus Stahl und Glas, um dem als gastronomisches Highlight bezeichneten Restaurant „Vincent & Paul“, frei nach Vincent van Gogh und Paul Gauguin, einen Besuch abzustatten. Der Münchner Starkoch Heppner, der angeblich wie kein Zweiter für ein hochmodernes Crossover der Kochkunst steht und Feinheiten der euro-asiatischen Küche kreiert, wurde engagiert, diesem Restaurant seinen Stempel aufzudrücken. Das Ambiente und die mit feinstem Porzellan, Silberbesteck und kostbaren Gläsern eingedeckten Tische zaubern in der Tat eine außergewöhnliche Atmosphäre. Die Küche konnte jedoch das Versprechen, eine „Suchtküche“ zu werden, nicht halten.

Immerhin weckte der Besuch des Museums die Lust der Mitglieder der Tischgemeinschaft „Wirtschaft“ und Ihrer Damen auf ein Wiederkommen, um den Gesamtbestand des gläsernen Neubaus und des Altbaus ab 20. März 2010 zu besichtigen.

  1. Rolshoven „
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