Besondere Tisch–Ereignisse

01.12.2011

Ausstellung "Düsseldorfer Malerschule"

Ausstellung „Düsseldorfer Malerschule“ im Ehrenhof mit anschließendem Essen und gemütlichem Zusammensein (mit Damen): 

Presseartikel (W. Rolshoven, nicht veröffentlicht)

„Ausstellungsbesuch „Düsseldorfer Malerschule“ im Museum Kunstpalast

Alljährlich besichtigen die Heimatfreunde der Tischgemeinschaft Wirtschaft mit ihren Damen ein Kunstmuseum. War es im Vorjahr das Folkwang Museum in Essen, besuchten wir dieses Jahr am  01. Dez. 2011 „Das  Museum Kunstpalast“ in unserer Heimatstadt Düsseldorf. Anlass war die „Düsseldorfer Malerschule“ im Austausch mit der Welt.

Im Jahre 1828 erschien im Kunstblatt eine Rezension, die eine allgemeine Begeisterung für eine Kunstrichtung zum Ausdruck brachte, welche bald unter der Leitung des neu berufenen Akademiedirektors Wilhelm von Schadow internationale Anerkennung erlangte und unter dem Begriff „Düsseldorfer Malerschule“ als Avantgarde allseits bekannt wurde.

Da die „Düsseldorfer Malerschule“ auf alle Bereiche der Kunst, Literatur, Theater, Musik und Geselligkeitskultur gewirkt hat und mit vielen Geistesgrößen ihrer Zeit verbunden war, geben die im Kunstpalast versammelten Objekte einen breiten Überblick in die Kunst- und Kulturgeschichte des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Düsseldorf und weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Das Museum Kunstpalast mit seiner einzigartigen Sammlung von Werken der Düsseldorfer Malerschule von 1819-1918 zeigt nach mehr als 30 Jahren eine große Überblicksausstellung zu diesem Thema. Der Fokus liegt auf dem internationalen Kontext und stellt die Düsseldorfer Malerschule in den Vergleich mit führenden Malerschulen in Europa, den USA und Russland. Erstmals wird außerdem die Kontinuität der Malerschule bis in die Moderne aufgezeigt.

                                     

In 4 Galerien auf einer Ausstellungsfläche von 2.300m² kann man ca. 440 bedeutende Werke aus dem eigenen Bestand sowie hochkarätige Leihgaben aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen sehen, welche die Qualität und Vielfalt der Kunstströmungen rund um die Düsseldorfer Malerschule verdeutlichen.

Neben Gemälden mit Szenen aus der Geschichte und Literatur, Landschaften, Genreszenen, Stillleben und Bildnissen wird auch die graphische Produktion der Malerschule, von der Entwurfszeichnung bis zum illustrierten Buch vorgestellt. Hinzu kommen Skulpturen, die den engen Zusammenhang von Malerei und Bildhauerei im Umkreis der Akademie aufzeigen.

In der ersten Sektion der Ausstellung werden die Begründer der Malerschule, vor allem Wilhelm von Schadow und sein Schülerkreis, ihre Mentoren und Sammler vorgestellt.

Die große Galerie beinhaltet die monumentalen Geschichtsbilder und die gefühlvolle Seelenmalerei. Das Spektrum reicht von der idealistischen Kunst der Nazarener bis zum Naturalismus des späten 19. Jahrhunderts. Den Bildern in „stiller Trauer“ steht eine Malerei der Aktion gegenüber, die von der jüngeren Generation freiheitlich gesinnter Geschichtsmaler, wie dem Deutschamerikaner Emanuel Leutze, vertreten wird. Hier treten Schlüsselwerke der Düsseldorfer Malerschule in einen spannenden Dialog mit bedeutenden Positionen aus Frankreich, dem Baltikum, Skandinavien oder Belgien als Kennzeichen des fruchtbaren, gegenseitigen Kulturtransfers zwischen Düsseldorf und den internationalen Kunstzentren Europas und den USA. Erstmals wird auch das große „Jüngste Gericht“ von Wilhelm von Schadow, das er als sein Vermächtnis bezeichnet hat, ausgestellt. Das achtteilige Werk wurde vom Museum beim Umzug des Landgerichts in Obhut genommen und präsentiert sich nun frisch restauriert und neu gerahmt.

               

Großartige Leistungen vollbrachte die Düsseldorfer Malerschule auf dem Gebiet der Landschaftsmalerei. Die Maler zog es nicht allein ins Sehnsuchtsland Italien, sondern auch in den rauen Norden. Die rauschenden Wasserfälle Norwegens, die weiten Ebenen Hollands oder auch die erhabene Gebirgswelt der Schweiz sind nun Thema der erfolgreichsten Gattung innerhalb der Düsseldorfer Malerschule.  Unübertroffen war die Geselligkeitskultur der Düsseldorfer Malerschüler, ihr Humor und ihr Elan, phantasievolle Feste im Zusammenspiel aller Künste unter reger Anteilnahme der Düsseldorfer Bevölkerung. Stellvertretend sei Andreas Achenbach erwähnt mit seinen Werken „Zug der Künstler“ 1837.

Als die Künstler vom Politisierungsschub während der 1848er Revolution mitgerissen wurden, rückten neue, sozialkritische Themen in den Vordergrund ihrer Malerei.  Statt sentimentaler Idealität wollten sie nun das wahre Leben ungeschönt schildern.

Adolph Tidemand, der als erster Norweger nach Düsseldorf kam, gab den Anstoß für eine neue Richtung in der Genremalerei der nördlichen Länder, der sogenannten Volkslebenmalerei, die das Interesse für die Sitten und Bräuche des eigenen Landes weckte. Die Genremalerei erlebte in verschiedenen Ländern – angeregt von der Düsseldorfer Malerschule – eine neue Blütezeit und wandelte sich im Laufe der Jahre von der politischen Anklage zur humorvollen Anekdote bürgerlicher Welten. In der letzten Sektion wird erstmals genauer der Weg der Düsseldorfer Malerschule zur Moderne aufgezeigt. Werke des deutschen und französischen Impressionismus, der Haager Schule und der Worpsweder Künstlerkolonie bilden den Referenzrahmen für die letzte Generation der Düsseldorfer Malerschule, die sich in sezessionistischen Gruppen wie dem „Sonderbund“ von der Akademie lösten und zu neuen Ufern aufbrachten.

Nach einem Rundgang, unter fachkundiger Führung, von ca. 2 Stunden verließen wir die Düsseldorfer Malerschule mit der Einsicht, dass ein Museumsbesuch nicht ausreicht, um die Vielzahl der Werke zu besichtigen und  zu verinnerlichen.

Den Abend ließ man dann im neu eröffneten Restaurant Csikos in der Düsseldorfer Altstadt ausklingen.                                                                                                                                                                                            „Düsseldorfer Malerschule“

 

 

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