Besondere Tisch–Ereignisse

Tour de France
04.07.2017

Tour de France

L'après-midi francais d'un Faune Cycliste

oder

Wie Thomas den Wirtschaftstisch ans Rennrad brachte:

                  Es lebe der Sport

          Er ist gesund und macht uns hort

       Er gibt uns Kraft, er gibt uns Schwung

              Er ist beliebt bei oid und jung

                                                           (Song: Rainhard Fendrich)

 

Was:    Le Grand Départ de la Grande Boucle alias Tour de France und                         Französischer Nachmittag

Wann:  Samstag, 1. Juli 2017 ab 12:30h bis nach’m Rennen

Wo:     Cecilienallee 7, im Garten der Kanzlei Beiten Burkhardt

Warum: weil es ein Jahrhundertereignis ist, la première (et dernière?) fois en                Düsseldorf

Wer:     Gastgeber unser Wirtschaftstischjong Thomas Bula/Partner Kanzlei                  Beiten Burkhardt, Düsseldorfer Jonges vom Tisch Wirtschaft mit                  Damen und auch einigen Kindern unter Anführung von Tischbaas Gerd              Rayermann und Vize Frank Schürmann; viele weitere Gäste der                        Nachbarkanzleien Beiten Burkhardt und Baker Tilly

 

Für den eiligen Leser rasch die essentials, pardon les essentielles:

Bei fortlaufender, französisch gestimmter Beköstigung aus Küche und Keller und - trotz gelegentlicher kürzerer und längerer Regenattacken - munterem Geplauder der großen Gästeschar ab 15:17h dreistündige Besichtigung der in dem Moment noch 198 im Minutentakt des Einzelzeitfahrens mit bis zu 60 km/h zweimal (hin und her) in wenigen Metern Entfernung vorbeisausenden weltbesten Radrennfahrer, Prolog/Auftakt der 104. Tour de France.

Mit Dank entschwanden nach der Vorbeifahrt der deutschen Tageshoffnung Tony Martin die Gäste, um im Regengischt eins zu werden mit den 999.600 anderen Besuchern dieses Grand Spectacle en Düsseldorf au Rhin.

 

Nun für diejenigen, die mit Zeit und Muße mehr wissen möchten, denn zumindest für die etwas Älteren unter uns wird’s das heutige spectaculum hier nicht noch einmal geben:

Ja, der Tisch Wirtschaft kann nicht nur Wirtschaft in der Wirtschaft, sondern auch Sport (schauen).

Und Thomas (Bula) kann nicht nur ein fröhlicher Tischfreund sein, sondern auch einen tollen Nachmittag ‚zaubern’! Denn er "hat es sich nicht nehmen lassen", uns an diesem für Düsseldorf einmaligen Ereignis vom Garten ‚seiner’ Kanzlei Beiten Burkhardt aus teilhaben zu lassen. Gemeinsam mit der Nachbarkanzlei Baker Tilly war alles festlich bereitet: Französische cuisine froide et chaude an verschiedenen, dauerhaft umlagerten Ständen, Tour-Champagner, französischer Rot- und Weißwein und der irgendwann versiegende Tagesrenner Rosè:

                            Vive la France et aussi le Tour de France!

 

Für den ausgerechnet heute immer mal wieder feucht vorbeischauenden Regen konnte natürlich niemand (außer Petrus, der sich, verständlich, zu seinen Lebzeiten für’s Gladiatorische nicht erwärmen konnte, denn in circo homo homini leo est), aber blaue („Beiten Burkhardt“) und weiße („Baker Tilly“) Regenschirme in großer Zahl, Partyschirme und –zelte im Garten verteilt boten hinreichend Schutz – im Gegensatz zu den begossenen Pudeln in ihren Rennsätteln, von denen mehr als einer das Gleichgewicht auf nasser Straße verlor:

           Es wirkt a jede Sportart mit der Zeit a bisserl öd

                             Wenn es an Härte föht

                     Radlrennen sind da sehr gefragt

                 Weil hie und da sich einer überschlagt

               Gespannt mit einem Weinglas sitzt man da

                   Und hofft auf einen gscheiten Bumsera

                    Weil durch einen spektakulären Crash

                   Wird ein Grand Depart erst richtig resch!

                                     (Text: derselbe Rainhard Fendrich von oben)

 

Nach Begrüßung durch die Gastgeber und fachlicher Einstimmung durch einen früheren Tour-Etappensieger (Linus Gerdemann) galt es, mit s.o. französischen Genüssen die Zeit bis 15:17h zu überbrücken. Als dann endlich der erste von 198 am Messegelände auf die 14 km lange Rennstrecke gestarteten Einzelzeitfahrern an uns vorbeizischte (Gischt!), war die Stimmung angemessen ausgelassen. Doch nach so etwa 15, 20 Rennfahrern erlahmte das Interesse am Renngeschehen ein wenig, und der „Düsseldorfer an sich“ wandte sich, seinem Ruf gerecht, der Party zu.

Auch unseren Tischfreund Rolly, wie stets als Baas der Düsseldorfer Jonges an vielen Stellen fast gleichzeitig gefordert, konnten wir kurz begrüßen.

Wer hingegen mehr zur Kontemplation, zum stillen Genießen und Wägen des Ereignisses in seinen mannigfachen Facetten neigt, kam heute nicht ganz auf seine Kosten: Das Wetter unterband das bunte, hübsche Defilee der Damen in neuester leichter Sommermode – sicher hätte auch der eine oder andere Herr gern dazu beigetragen, jenseits des Kleinen Düsseldorfer Bieranzugs (US-Arbeitshosen mit Blazer) bzw. des Kleinen Düsseldorfer Proseccoanzugs (wie vor, aber mit Einstecktuch im Blazer). Stattdessen Pelerinen, Regenjacken, Baseballcaps, Schirme, festes Schuhwerk – schade. Dann also ein wenig nach innen gekehrtes französisches Wortgefummel: Was haben, en France, Zyklop und Radrennfahrer gemein? Richtig, die Basis „cycl“ wie in cycl-op, cycl-iste, Giganten (des Keulenkampfes) die einen, Giganten (des Landstraßenkampfes) die anderen. Pas vrai?

Und zur Abrundung des denksportlichen Teils ne Menge Statistik zum inneren Abfragen: Wievielte Tour (die 104.), wieviele Profifahrer im Peloton (startend mit 198, nach dem Zeitfahren unfallbedingt 197), wieviele Teams (22, davon 2 deutsche), wieviele Etappen (21), in welcher Zeit (knapp 3 Wochen), über welche Entfernung (3.500 km Rennstrecke, davon x Höhenkilometer verteilt über y Hügel und Berge der Schwierigkeitsstufen I bis IV, deren erster am Grafenberger Wald-Anstieg/IV), wie teuer für Düsseldorf (13 – 15 Mio. Euro direkte Düsseldorf-Kosten minus acht Millionen direkte Sponsoreneinnahmen plus ungezählte individuelle Einnahmemillionen am Rande des Ereignisses, da kamen sich am Ende CDU und FDP vielleicht doch etwas kleinlich vor mit ihrem „nein zum Départ““?), wieviele Zuschauer (400 im Garten plus 999.600 an der Strecke sowie per TV weltweit Milliarden Haushalte in ca. 190 Ländern, wo man nun dank nieselgrauen TV-Bildern statt Düsselwas? und Düsselwo? nun immerhin weiß: ah ja, die schemenhafte Stadt am Fluß). Vorab ein beachtlicher, fast karnevalesker Tross an Begleitfahrzeugen, aber „Strüßche und Kamelle“ muss bis zum Finish in Paris noch stark geübt werden. Und sehr dekorativ die > 200 Polizeimotorradeskorten, je 1 französischer Gendarm und ein deutscher Polizist bildeten eine Eskortendoublette, vive l’amitié franco-allemande! [Es waren wohl eher 20, aber die fuhren dauernd hin und her...]

Favorit für das heutige Zeitfahren: Der deutsche Spezialist Tony Martin, der dann leider zu seiner großen Enttäuschung nur Vierter wurde. Sieger des Prologs heute der noch  etwas unbekannte Brite Geraint Thomas.

Favorit auf den Tour-Gesamtsieg: Der britische Allrounder Chris Froome, der am Ende der Sieger sein sollte - schnelll genug, um für diesmal dem nachhaltigen Dopingverdacht davonzuradeln. 

Fazit allgemein: Die Tour nach Düsseldorf geholt zu haben, war eine gute Idee, egal, ob man mit Profiradsport (und dessen noch immer nicht ausgestandener Dopingproblematik) etwas anfangen kann oder auch nicht. Für uns Wirtschaftsjonges war’s jedenfalls das nächste Highlight aus der Saisonagenda unseres Baas’ Gerd!

Fazit im besonderen: Uns dazu geholt zu haben, war ebenfalls eine tolle Idee.    

Lieber Thomas, eine wirklich gelungene Veranstaltung – ringsum stimmig, es hat nicht nur gut geschmeckt und gemundet, sondern auch sehr viel Spaß gemacht! (Und am Wetter beißen sich auch die gewieftesten Anwälte die Gedankenzähne aus.)

Sehr herzlichen Dank Dir (und Deinen Kollegen) für dieses nächste Superevent in unserem Jahreskalender!!

Lit

 

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