Besondere Tisch–Ereignisse

"Perfekt"! Vorstand schlägt Corona: Saalrückkehr (Mitgliederversammlung, Henkel-Abende)
16.10.2020

"Perfekt"! Vorstand schlägt Corona: Saalrückkehr (Mitgliederversammlung, Henkel-Abende)

 

Das Besondere bislang, die Pandemie mit ständig steigenden Zahlen weltweit und nun auch wieder in Deutschland, ist nach 8 Monaten zur Normalität geworden, die Normalität nunmehr das Besondere.

3 aktuelle Ereignisse oder: Unsere neue Normalität in Düsseldorf

- Super: Mitgliederversammlung am 08.10.2020 in der Mitsubishi Electric Halle. "Gekommen sind knapp 180 Jonges" lt. TOR 11/2020, also ca. 5% von aktuell 3.250 Mitgliedern. Wie das Foto im TOR zeigt, mehrzahlig "moribundi vos salutant" vulgo Angehörige älterer Kohorten - und drinnen trägt entsprechend kaum jemand einen Mund-Nasen-Schutz, weil nicht vorgeschrieben, und im Sitzen verbreitet sich das Virus ja nicht.  Der wichtigste TOP "Beitragserhöhung in 2 Schritten auf 65 € in 2021 und auf 75 Euro 2022" wird auf 1 Schritt gestutzt: 65 €, also 10 € mehr als derzeit. 127 oder 70 % der Anwesenden, das sind 4 % der Mitglieder, stimmen dafür, 38 dagegen. Gerade rechtzeitig, denn für 2019 verzeichnet der Verein erstmals ein Defizit (- 39.000 €), vor allem aufgrund rückläufigen Spendenaufkommens.

- Stolz/Geschafft: Düsseldorf hat am 13.10. vormittags endlich bei der '7-Tage-Inzidenz' mit > 50 (Inzidenzwert 54,8, steigend) den Tabellenanschluß zu anderen Spitzen-Großstädten geschafft - im  Gegensatz zu Fortuna. U.a. Gesichts-Maskenempfehlung nun auch auf der Straße zunächst "für 12 Bereiche, darunter Rethelstraße, Nord-/Duisburger Straße, Stadtmitte zwischen Altstadt im Westen, Graf-Adolf-Straße im  Süden, HBF im Osten und Schadowstr./Am Wehrhahn im Norden, Friedrichstraße, Bilker Allee, Kölner Straße."

Ob nun noch gilt?*):

- "Perfekt: Die Jonges kehren ab 13. 10.2020 abends mit Stiftungsfest und Ehrungsabenden in den Henkelsaal zurück" (Zitat Vereinsmitteilung), mit einem "sehr guten, schlüssigen und detaillierten Hygiene- und Infektionsschutzkonzept des Betreibers des Henkel-Saals".

Weiß nicht, schreibt die Rheinische Post, ob das alles wohl so vernünftig ist: "Die innovativen Vorsichtskonzepte, die Veranstalter zwischenzeitlich erprobt haben, bieten einen guten Ansatz. Unentbehrlich aber bleibt  der Appell an Vernunft und Verantwortung der Teilnehmer. Die um sich greifende Augen-zu- und-durch-Mentalität würde alles gefährden... Es geht nicht nur um den Schutz der eigenen Gesundheit, obwohl das Grund genug sein sollte, vorsichtiger zu sein. Es geht darum, sich selbst ausnahmsweise einmal als Glied in einer Kette zu verstehen, die auch eine Infektionskette sein könnte.

Mangels eigener Teilnahme an obigen Geselligkeiten Gelegenheit für Lit, sich aus der ausführlichen Begleitung von 'Corona und die Jonges' zurückzuziehen. Vielleicht findet ja unser Baas Gerd jemanden, der an diesen Saalveranstaltungen teilnimmt und darin etwas Besonderes entdeckt. Es könnte dann hier in den Besonderen Ereignissen seinen Platz finden.

Hat sich am 23.10.2020 erledigt:

*) Nein, gilt nicht - so leicht schlägt man Corona nicht: Nicht ganz freiwillig, aber endgültig sagt der Vorstand nun doch die Abende im Henkelsaal ab: "Leeve Jonges, aufgrund ... der aktuellen Corona-Regularien ... werden die Heimatabende bis auf weiteres dieses Jahr im Henkel-Saal nicht mehr stattfinden und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben...." Warum nicht gleich so? In der "gesamt-gesellschaftlichen Verantwortung", in der sich der Vorstand mit seiner Mitteilung im November-"TOR" nun sieht, hatte er doch schon vor 'Wiederanpfiff' Beach-Club gestanden - aber da musste erst noch, honi soit qui mal y pense, der "Jahreshöhepunkt" am 15. September begangen werden. Und Ansteckungen riskiert werden.

 
Nach 7 Monaten ganz überwiegend vernünftigen Handelns der Bundesbürger zeigt der Überprüfungstermin Kanzlerin und Ministerpräsidenten der Länder Mitte Oktober (so unsinnig wie unvorsichtig als "historisch" angekündigt) stärker auseinander driftende bundesländerspezifische Regelungen und damit Risse in der Corona-'Abwehrfront'. Vor allem das Beherbungsverbot in Herbsturlaubsregionen insbesondere an Nord- und Ostsee für Besucher aus Risikogebieten anderer Bundesländer (aktuell leben 30 Prozent der Bundesbürger in Risikogebieten, Tendenz zügig steigend) löst kontroverse Debatten aus; 2 Verwaltungsgerichte haben es sogleich gekippt, 1 (Schleswig-Holstein) es bestätigt. Unsere Nachbarstaaten sind teilweise oder ganz Risikogebiete, im NRW-herbstferienbeliebten Holland bereits alle Provinzen.

Ende Oktober soll die Kanzler-/Ministerpräsidentenrunde die Regelungen überprüfen. Doch die Bürger einschließlich der Düsseldorfer Dienstags-Jonges müssen zum Glück nicht so lange warten. Sie könnten sogleich und weiterhin mit Vernunft und Selbstverantwortung durch Befolgen der von allen Bundesländern vereinbarten Beschränkungen und durch einen einstweiligen Verzicht auf Begegnungen im größeren Kreis Schlimmeres abwenden, für sich selbst, ihre Mitmenschen und die Wirtschaft. Wenn man dem "Staatsbürger in Badeschlappen" (FAZ) zutrauen darf, Urlaubspläne kritisch zu überdenken, dann doch erst recht dem nur noch stumm und Hopp!los das Jongeslied summenden Heimatvereinsbürger, die Sinnfälligkeit von Zusammenkünften in größerer Zahl. (Lit kann's nicht lassen, sorry.)

Und die Stadt Düsseldorf plant unverdrossen weiter an Konzepten für  Weihnachtsmärkte inklusive Alkoholausschank (allerdings lt. Rheinischer Post ohne Hütten mit Kinderbetreuung!!) - jecker geht's kaum!

Da kann man dann Weihnachten in seiner gewohnten Form 'abschreiben', wie Minister Spahn ohnehin schon befürchtet - was immerhin zu einem wirklich friedlichen Weihnachtsfest ohne die jährlich kolportierten Auseinandersetzungen unter Familienangehörigen führen könnte. Und schon mal umplanen: Wer mit mehr als 3?4? nicht im Haushalt lebenden Gästen (immerhin: ohne Kinder bis 10 gezählt) feiern möchte, sollte schonmal den dafür prophylaktisch abgestellten Bundespolizisten reservieren, der dann die Feier rechtzeitig vor Austausch von 'hugs and kisses under the mistletoe' unter Mitnahme von Festtagsgans und Geschenken und rechtzeitig vor der Ausgangssperre ab 21 Uhr auflöst. "Wie drastisch die Maßnahmen werden können, wenn die Zahlen weiter steigen, zeigt", FAZ, "ein Blick über die Grenze nach Frankreich, dort dürfen die Menschen in Paris und in einigen anderen größeren Städten nach 21 Uhr schon jetzt nicht mehr auf die Straße." Na dann, bonne nuit! - et, en suite aprés 9 mois, beaucoup plus des enfants que d'habitude..., "Ihr Kinderlein kommet" ein wenig anders zur Abwechslung oder: Übergeburten überkompensieren Übersterblichkeit....

Lästern ist eines, Recht haben ein anderes - abwarten, was Corona daraus macht.

 

Derweil werden die Wirtschaftsjonges von einem Not-/Aufruf des Düsseldorfer "Kom(m)ödchen" aufgeschreckt, unterschrieben von einer großen Zahl performender Künstler, Impresarios..."DÜSSELDORF  BRAUCHT  KULTUR: MIT SICHERHEIT Das Ergebnis der jüngsten erlassverfügten Beschränkungen der Zuschauerzahlen durch Land und Stadt ist der Tod unserer bisherigen Kulturlandschaft. Die Düsseldorfer Kulturschaffenden werden dieses Vorgehen nicht kampflos akzeptieren! Wir fordern die Rücknahme des Erlasses!"

Ohne der - stark vom persönlichen Geschmack bestimmten - Frage nach Qualität und heutiger gegenüber vor Jahrzehnten bundesweiter Reputation des Kommödchens und allgemein des hiesigen Boulevardtheaters nachzugehen, zeigt sich hier ein weiterer Corona-Aspekt von Belang "Bedrohung der Kulturlandschaft". Dieser Diskussion widmen sich auch die Wirtschaftsjonges, dem Charakter von WhatsApp zumeist entsprechend kurz:

"Lieber Rolly, vermisse hier ein wenig Deinen Namen in der Aufzählung derer, die sich der Forderung des Kommödchens anschließen? Besonders das Kom(m)ödchen hat einen überragenden Stellenwert und eine außergewöhnliche Bedeutung für unsere schöne Stadt und darüber hinaus landesweit!!" "Habe schon Kontakt für nächste Woche..." besänftigt Rolly. Und "Wir haben dort seit 10 Jahren ein Abonnement" hadert ein anderer. "Ja wäre wirklich tragisch, wenn das Kommödchen zu machen müsste", ergänzt der eine, "Das Kommödchen ist sicher wichtiger als die Gaslaternen" der nächste. Gekontert wiederum mit "Da würde ich ungern gegeneinander bewerten - klar ist, dass das Kommödchen zur Genetik von Düsseldorf gehört." Was insgesamt eine WhatsApp-ungeeignete längere Replik auslöst: "Wichtige Diskussion. M.E.ein (für WhatsApp-Häppchen viel zu) vielschichtiges Thema. Leicht noch die Frage oben an Rolly: Der Aufruf war doch ersichtlich von performenden Künstlern unterschrieben (Rolly weiß sich zwar stets, s.o. Rennbahnfoto, gut in Szene zu setzen, aber notleidender Künstler ist er deshalb wohl noch nicht). Weniger leicht: Ist  ein 10-Jahres Abo Kommödchen wichtiger als 60 Jahre Abo Meisterkonzerte? Schwieriger schon oder eher nicht angemessen die Kulturgutabwägung nicht vergleichbarer Sparten wie Gaslaterne vs. Kommödchen. Und dann wird es eigentlich erst richtig schwierig: Triage nicht nur in der Medizin, sondern auch im weit gefassten Wirtschaftsbetrieb inkl. Kulturanbieter: Wiegen die Belange der Stadtminoriätät der überdies in ihren Ansprüchen sehr heterogenen Kulturbeflissenen schwerer als der Anspruch der Majorität auf Kneipe, Bar, platt gesagt ist "Kommödchen" wichtiger als Kneipe "Kürzer"? Und innerhalb der Kulturbeflissenen mag nicht jeder Kommödchenfan auch und/oder Oper, klass. Konzert, 'ernstes' Schauspiel und umgekehrt - wessen Geschmack entscheidet über Förderwürdigkeit? Grundsätzlich: Wer gewichtet zwischen allen auf Hilfe Angewiesenen, wer hebt/senkt den Daumen zu Überleben oder Verschwinden (eben Triage)? Anhand welcher Berechtigung? Welcher Kriterien? Etwa wir Jonges mit Kriterium 'Querschnitt der Bevölkerung' statt 'Sachverstand'? Und: Wo bleiben da die Soloperformer ohne Lobby, ob 'ernste' oder 'leichte' Muse? Und auch nicht ganz ohne ist die Frage: Gewinne in guten Zeiten ohne größere Vorsorge für den 'Laden' privatisieren, Verluste vergesellschaften? Anders: Wird der vorsichtig wirtschaftende Kaufmann, Künstler subventionslos bestraft, der Leichthändige mit Subvention belohnt? Bleibt noch Geld für eine neue Oper (ist sie überhaupt noch angemessen?), wichtiger: für die Schulinfrastruktur? UndUndUnd". Unterstützt von einem leidenden Dienstleister "Ich denke, dass Du damit die aktuelle Lage auf den Punkt gebracht hast. Es geht aktuell um das Überleben aller Dienstleistungsbereiche unseres Lebens. Egal, ob Kunst, Kultur, Gastronomie ooder kommerzielle Dienstleistungen. Wenn Hilfe - dann für alle oder gar nicht. Letzteres sollte nicht unser aller Ziel sein - denn dann sehe ich schwarz für unsere Kultur-und Vergnügungsszene. Das Thema wäre sicherlich mal eine Idee für einen redaktionellen Artikel im TOR?"

Davon nachdenklich geworden, hier noch im Nachgang ein 'grob gestrickter' Lit-Vorschlag für Rollys Gespräch mit 'dem' Kommödchen: "Lieber Rolly, Für Deinen angekündigten Gesprächstermin mit den Kommödchenleuten hier eine Anregung. Möglich, dass dies schon lange bedacht war, aber  lieber 2x gedacht als gar nicht: Google mal „fynn kliemann film“ zu (www.oderso.cool › doku)  Stream DOKU Fynn Kliemann 100.000 – Alles was ich nie ...

Von meiner Nichte Shireen beim Sonntagsbrunch hierauf aufmerksam gemacht, kam mir der Gedanke,  dass man ein solches Vorgehen zwar nicht 1 : 1, aber im Grundsatz ähnlich fürs Kommödchen umsetzen könnte. Grob skizziert: Das jeweils aktuelle Programm wird gefilmt und an Interessenten gestreamt. Letztere kaufen für einen definierten Termin einen virtuellen Platz im Theater z.B.  zum Theater-Kartenpreis x ./. Abschlag y etc. und können dann zuhause einmal an diesem Termin das Programm sehen, bequem ohne An-/Abfahrt, Ansteckungsrisiko. Um die ‚Vertriebskosten’ zu minimieren, bietet Kommödchen größeren Firmen, Institutionen, Vereinen, Sponsoren ein Kartenpaket von, sagen wir, 500 plus/minus Tickets an, erhält dafür von denen ‚auf einen Schlag’ einen Gesamterlös,  und die Firmen/Institutionen/Vereine/Sponsoren übernehmen in ihren Häusern die Einzelabgabe – geschenkt oder verkauft oder  mit Zuschuss -   an ihre interessierten Mitarbeiter/Mitglieder (also so, wie die Jonges dort früher gelegentlich einen kompletten Abend ‚eingekauft’ haben, nur dass hier niemand ins Theatergebäude muss, sondern sich einmal an einem definierten Termin die Show zuhause ansehen kann.) Damit könnte man das Theater an einem oder mehreren Tagen im Monat virtuell komplett belegen und obendrein an der Kasse noch jeweils 20 % reale Zuschauer einlassen. Und anders als im von F. Kliemann (bewußt so im Interesse der Kinobetreiber gestalteten) Konzept braucht Kommödchen keinen ‚Zwischenhändler’ (Kinos) – wobei man durchaus darüber nachdenken könnte, bestimmte Programm- Kinos wie, sagen wir das „Bambi“ in der Klosterstraße, als weitere Vertriebsschiene einzubauen.

Klar, das Essentielle des Theaters, die persönliche Nähe, geht dabei verloren – doch das war in den Entstehungszeiten des Kintopps auch so und hat sich als gewaltiger (Zuschauer- und damit Erlös-)Multiplikator durchgesetzt, ohne das Theater zu ‚killen’. Es ist ja auch kein entweder/oder, sondern ein geschickt zu gestaltendes Nebeneinander.

Aus einem solchen Corona-überbrückenden Konzept könnte man später nach Corona ein echtes 2. Bein machen, insbesondere als Abonnement gestaltet (kontinuierlicher Erlösfluß) – im Prinzip also wie Netflix. Und als Kinoversion beispielsweise am Premierentag eines neuen Programms.

Wie gesagt, grob skizziert, besser kann ich’s als Laie nicht. Und wie das (stream)technisch umzusetzen ist, weiß ich natürlich erst recht nicht, aber dafür gibt es Fachleute. Und sei es, dass sich Kommödchen mit o.g. Fynn Kliemann austauscht.

Eine gute Woche! Uwe

PS Vom Grundsatz her hatte ich das seinerzeit auch schon in meine Überlegungen zur neuen Oper eingebaut, als ich anmahnte, erst das Konzept „Oper in den nächsten Jahrzehnten“ zu entwickeln, bevor man über die bauliche Ausführung entscheidet."

A propos "nach der Corona-Zeit": Wenn „digital“ weiter so rasant und umfassend unser aller Leben, insbesondere der nachwachsenden Generationen, auf die es ja ankommt, verändern wird, dann wird das auch an Theaterbühnen nicht spurlos vorübergehen. Nicht umsonst bringen Netflix & Co. einen Film und eine Serie nach der anderen den Jüngeren bequem auf die heimischen Bildschirme.

Gute Resonanz beim Tischbaas: "Das finde ich sehr gute Gedanken und es klingt so realitätsnah und bestens gegen die Pandemierisiken geeignet. Super Uwe! VG Gerd!"

 

Derweil geht die Bevölkerung, davon gänzlich unberührt, wie im März hamstern! In der Metro waren heute die Regale für Toilettenpapier, Haushaltspapier, Hygieneartikel, Nudeln leer geräumt - und ähnliches wird aus vielen anderen Geschäften berichtet. Die mahnenden Worte der Kanzlerin als   quasi letzte Warnung vor einem abermaligen Shutdown wirken vielmehr absatzbeschleunigend - immerhin signalisiert "Hamstern", dass man sich in großen Teilen auf eine gegenüber Sommer und Herbstferien deutlich verschärfte Situation gedanklich und klogangmäßig vorbereitet... "Leute kauft Klopapier, die Zeiten werden Scheiße!" stöhnte jemand mit Papier-vollbepacktem Einkaufswagen in der Kassenschlange (eine größere Zahl "Killepitsch" hatte er auch dabei, für die Reinigung von innen sicherlich).

 

Und es geht Schlag auf Schlag: Vorgestern war Berchtesgaden Land Deutschlands Hotspot, gestern das am anderen Republikende gelegene Delmenhorst, heute mittemang das Ruhrgebiet. Und die Gesundheitsbehörden kommen beim Nachhalten der Kontakte und Infektionsketten schon nicht mehr nach, trotz Unterstützung durch Bundeswehr und Bundespolizei. Verwaltungsgerichte kippen reihenweise gerade beschlossene Verbote - das Loblied auf unsere bislang so förderliche föderale Verfassung verklingt, der Bundestag (nicht mal in der Lage, seine Größe neu zu regeln) will mitreden, gerichtsfeste Bundes-Vorgaben, -Gesetze statt Verwaltungsanweisungen auf Landes- und Kommunalebene seien das Gebot der fortgeschrittenen Stunde.

Immerhin: Die Krankenhäuser geben sich hinsichtlich der Notbetten-und Beatmungsgeräte-Situation (noch) gelassen.

Was wiederum Verschwörungstheoretiker, Regenschirm- und Aluhutträger (gegen die Regierungs- und Milliardärsschurken-ausgelöste Strahlung von oben), Rechts- und Linksaußen, Impfgegner etc.pp ermuntert, weiter die Existenz von Corona und damit die Notwendigkeit von A-H-A zu leugnen: Abstand? ja aber nur zur Regierung - Händewaschen?, gar nach dem Toilettengang, was für'n Quatsch - Atemmasken? nur für die Weicheier und 'sleepy Joes' dieser Welt.

 

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat am 23.10.2020 am zweiten Tag in Folge bei mehr als 11.000 gelegen.Die Zahl der Toten liegt knapp unter 10.000.

FAZ 26.10.2020: "Die Zahlen sind bedrückend, und sie werden es mit jedem Tag mehr. Immer rasanter verbreitet sich das Coronavirus in Deutschland; die Krankenhäuser melden steigende Belegungszahlen, ein Landkreis nach dem anderen wird zum Risikogebiet, und wer sich bislang noch mit dem Glauben tröstete, die Pandemie sei eine Pandemie der anderen, weil im direkten Bekanntenkreis (noch) keine Infektion aufgetreten ist: Auch diese trügerische Sicherheit dürfte sich in den nächsten Tagen und Wochen schnell in Luft auflösen."

 

Mit diesem tristen Ausblick auf einen wieder drohenden Shutdown zieht sich Lit allmählich aus der Thematik zurück - eben, das Besondere Ereignis ist zur Normalität geworden.

 

Werfen wir daher noch einen erstmal letzten Blick auf die Zahlen, die traurige aktuelle Welt-Tabelle, Zwischenstand v. 26.10.2020 (endgerundet): 

 Region           Infizierte    Tote            zum Vergleich 17.03.   

weltweit        43.175.000  1.155.000       90.000   7.500
USA                8.703.000     225.000        4.300        75
davon Ehep. Trump                      2                      0                     0               0         
Indien             7.910.000     119.000                                  
Brasilien          5.394.000     157.000                                    
Russland         1.531.000       26.000
Frankreich       1.139.000       35.000         6.700      150                                    
Kolumbien       1.016.000       30.000               
Argentinien      1.091.000       29.000                                                           Spanien           1.046.000       35.000
Peru                   889.000       34.000    
Mexiko               891.000       89.000
Südafrika           716.000        19.000
United Kingdom  874.000        45.000
Iran                   575.000        33.000     
Italien                526.000        37.000       28.000    2.170
 
Deutschland        443.000       10.000         8.600        23
 
Schweden                                6.000
 
China                   99.000            k. A. (inoff. 5.000)
 
NRW                   111.000          2.000
 
Düsseldorf               5.000              55
 
 
Und hinten in der Tabelle
Nordvietnam           1.100               35
 
Bemerkenswert der hohe Anteil der Amerikas (Nord-, Mittel-, Südamerika) mit 48 % der weltweit Infizierten und 55 % der weltweit Verstorbenen.
 
               Tote je 1 Mio. Einwohner          Inzidenz vergangene 14 Tage
USA                689                                             260,7 
Italien             612                                             256,8
Spanien           738                                             394,2
Frankreich       524                                             548,6
Deutschl.         120                                             128,1
Schweden        586                                             117,0
 

 

Inzidenzzahl Düsseldorf 26.10.2020: 136,2

 aktualis.                         28.10.         154,4

Die niedrigste Inzidenzzahl auf Landkreisebene hat aktuell der LK Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) mit 2,5 bei einer Sterberate von 2,0, die höchste der LK Rottal Inn (Bayern) mit 260,0 bei Sterberate 3,8. Der Landkreis Tirschenreuth (Bayern) zeigt mit 10,6 Deutschlands höchste Sterberate, gefolgt vom LK Eisenach (Thüringen) 7,8 und LK Goslar (Niedersachsen) 7,1. Bayern verzeichnet die meisten Landkreise mit hoher Sterberate.

Auf Großstadtebene zeigt sich dieses Zahlenbild:

Stadt                            Inzidenzzahl                 Rang Bundesliga

                                                                1. Liga                     2. Liga

Frankfurt                          199,8                     6         

Köln                                 177,7                   16                                            

Bremen                            137,8                     9                                            

Düsseldorf                        136,2                     -                           16              

Dortmund                         134,6                     3                                            

Berlin                               122,6        Union    11                                                                                                                   

                                                     Hertha   15                                            

Essen                               118,7                     -                             -              

München                           114,5                     2                                            

Stuttgart                           112,4                     4                                            

Nürnberg                            76,0                      -                          10              

Hamburg                             74,8                     -             HSV         1                                                                                                                 

                                                                                  Pauli        8              

Dresden                              71,1                      -                            -              

Hannover                            49,6                      -                            3            

Leipzig                                23,8                      1                    

Gelingt es jemandem, da eine Korrelation herzustellen? Immerhin wird momentan die niedrigste Inzidenzzahl mit Rang 1 der Bundesliga 'belohnt' :):)                                                   

 

2. November: Inzidenzwerte reihum über 200 - Bundes-  und Landesregierungen ziehen die erste Reißleine: Wieder Lockdown! Der oben 'angeprangerte ' Leichtsinn allüberall, von dem sich auch die Jonges anstecken ließen, fordert seinen Tribut. Bordelle und Bars, Nagelstudios und Fitnesscenter, Gaststätten und Restaurants..., sie alle klagen, sie hätten doch "sehr gute, schlüssige und detaillierte Hygiene- und Infektionsschutzkonzepte" - wenn, ja wenn nicht die Menschen wären, die sich, kaum drin, nicht weiter drum scheren.

 

Passend EIN GEDICHT VON ERICH KAESTNER, gekürzt und ein wenig auf Corona umgeschrieben(Original von 1959):

"Nasser November

Ziehen Sie ne Maske und die aeltsten Schuhe an,
Die in Ihrem Schrank vergessen stehn!
Denn Sie sollten wirklich dann und wann
Auch bei Regen durch die Strassen gehn.

 

Sicher werden Sie ein bisschen frieren,
Und Corona lässt die Strassen trostlos sein.
Doch trotz allem: gehn Sie nur spazieren!
Und, wenns irgend moeglich ist, allein.

 

Wenn sie doch zu mehr sein müssen

Oder unbedingt auch küssen,

Nehmen Sie Ihrn Teddybären

(er wird sich bestimmt nicht wehren!)

 

Aber nochmal: Gehn Sie nur spazieren!

Keine Kneipen, Restaurants und Bars!

So, das wars."

 

Ausblicke: ??

"Für die Wirtschaft: Unternehmen sollten trotz aller gegenwärtigen Nöte schon jetzt prüfen, ob ihr Geschäftsmodell von vor Corona auch nach Corona noch Zukunft hat. Corona zwingt die Veranwortlichen auf geradezu brachiale Weise, sämtliche Geschäftsfelder und Investitionen auf den Prüfstand zu stellen. Zukunft hat nur, was positiven Ergebnisbeitrag verspricht - spätestens nach dem Ende der Pandemie. Und das wird kommen - irgendwann." N.N.                                                                                                                                                   

 

 

 

 

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