Besondere Tisch–Ereignisse

Noch-Immer-Trump bläst zum Sturm aufs Capitol
07.01.2021

Noch-Immer-Trump bläst zum Sturm aufs Capitol

Am 06.01.2021, dem Tag der offiziellen Wahlsiegbestätigung für Joe Biden im Washingtoner Capitol.

 

"US-Präsident Donald Trump trägt eine zentrale Verantwortung für die Gewalt in der US-Hauptstadt am Mittwoch. Den gesamten Tag über meldet er sich in Reden, Tweets und Videos zu Wort und hat so direkten Einfluss auf den Verlauf der Proteste, bei denen bislang vier Menschen starben."

 

                       
"Let's walk down Pennsylvania Avenue. We're going to the Capitol to give Republicans the boldness that they need to take back our country." (Als sich der Zug in Bewegung setzt, verschwindet der Präsident, der sich an die Spitze des Zuges zu setzen versprach.)
 
                
                                What is the 'boogaloo' and who are the rioters who stormed the Capitol? 5  essential reads
 
Ein Galgen mit Seil mit Capitol im Hintergrund wird aufgebaut, Piraten- und "Trump"- Flaggen wehen daneben. Die tun nichts, die wollen doch nur mal ihre Abgeordneten besuchen?
Von wegen, der Mob bricht los und ein ins Capitol!
 
                       
                                         
„Das ist ein Putschversuch!“ hört man live bei CNN. Die Bilder vom Sturm des Mobs auf und ins Capitol gehen in die Welt.

Derweil herrscht Partystimmung im White House, zeigt dieses Video pic.twitter.com/E6tHufOjiN: "Trump, Donald Jr, Kimberly Guilfoyle and others watching the crowd getting fired up hours before they stormed the Capitol, and dancing in enjoyment while the song "Gloria!" is playing. "Seems premeditated, no?"

(Nur auf die 1. Zeile des Songs hatte wohl keiner so geachtet: "You're always on the run now")

 

 

Waffeneinsatz im US-Kongress: Mitglieder der Kapitol-Polizei - einer Einheit, die speziell das Gebäude schützen soll - versuchen, unter Waffeneinsatz das Eindringen von Protestierenden in die Haus-Kammer zu verhindern. Mittendrin der selbsternannte QAnon-Schamane in seiner pittoresken Verkleidung. Durchgängi bärtige Typen nach Rocker- und Proudboys-Manier. Statuen werden umgestürzt, man posiert auf Denkmälern Dringt in das Büro von Nancy Pelosi ein. Ein "Camp Auschwitz"-T-Shirt mit der Aufschrift "work brings freedom/Arbeit macht frei" ist zu sehen.

 Souvenirmitnahmen

  Einmarsch Nationalgarde, die im Capito kampiert                                

                                          

Passend die Nachricht am 15.01. 2021, 9:42am ESTdazu:"Rioter Seeks Pardon from Trump. The lawyerfor the 'QAnon shaman' who was part of the deadly siege on the Capitol last week publicly petitioned President Trump on Thursday to pardon his client," Politico reports,"Attorney Albert Watkins told CNN his client, Jacob Chansley, 'felt like he was answering the call of our president.'

 

 

 

                              

Richard Barnett sitzt im Büro von Nancy Pelosi.
Twitter/ShaunKing Richard Barnett sitzt im Büro von Nancy Pelosi.
Richard Barnett sitzt im Büro von Nancy Pelosi.
Twitter/ShaunKing Richard Barnett sitzt im Büro von Nancy Pelosi.

 

         

 
 

 

                   


 

Nach der Stürmung meldet sich Trump bei den Capitolbesetzern: "Ich teile Euren Schmerz, ich weiß, dass Ihr leidet... Wir lieben Euch, Ihr seid besonders...." Und "These are the things and events that happen when a sacred landslide election victory is so unceremoniously & viciously stripped away." Stolen! Rigged!

 

Trump unbelehrbar am 07.01.21 “Even though I totally disagree with the outcome of the election, and the facts bear me out, nevertheless there will be an orderly transition on January 20th. I have always said we would continue our fight to ensure that only legal votes were counted. While this represents the end of the greatest first term in presidential history, it’s only the beginning of our fight to Make America Great Again!” veröffentlicht der Sprecher von Trumps Wahlkampagne ein Statement des Twitter-gesperrten Präsidenten.

A propos greatest first term: 22.242.000 Corona-Infizierte, 373.000 Tote. 

 

Militärputsch in einer Bananenrepublik?


 

 

Twitter sperrt Trumps Account dauerhaft, wegen des Risikos weiterer Anstiftung zur Gewalt.

 

 

Von vielen Seiten kommen die Forderungen nach einem sofortigen Rücktritt. Nancy Pelosi nennt Trump einen "gestörten, verwirrten, gefährlichen Präsidenten", äußert Sorge um seinen Finger auf dem atomaren Auslöser. Als erstes republikanisches Mitglied des Senats fordert Lisa Murkowski Trump zum Rücktritt auf: "He's either being golfing or he's been inside the Oval Office fuming and throwing every single person who has been loyal and faithful to him under the bus... He only wants to stay there for the title. He only wants to stay there for his ego."

 

Teilen wir also die Hoffnung that he is on the way from

                 Mr. President to Mr. Prisonent!

 

Das Repräsentantenhaus hat inzwischen dafür das Tor geöffnet: Dem in sensationell kurzer Zeit auf den Weg gebrachten Antrag auf Amtsenthebung (impeachment) mit dem einzigen Anklagepunkt "Anstiftung zum Aufruhr" wurde mit allen demokratischen plus - und das wiegt politisch, moralisch besonders - 10 republikanischen Stimmen stattgegeben. Damit schafft Trump auch hier sein selbstgesetztes Lebensziel, immer "first", immer "on top" zu sein: First President in der US-Geschichte, der zweimal 'impeached' wurde, und mit weitem Abstand on top der Tabelle der schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten.

 

Der Senat will am 20.01. 2021 nach Joe Biden's offizieller Amtseinführung abstimmen - dort müssten mindestens 17 republikanische Senatoren mit den Demokraten stimmen, um Trump (dann bereits Past-President) des Amtes zu entheben und damit auch eine weitere Kandidatur 2024 zu unterbinden.

Trump wird nicht an der Inaugurationszeremonie teilnehmen - was niemanden grämt.

 

In den Berichten seit dem 6. Januar schält sich heraus (in deutschen Medien bis dato vernachlässigt), dass der Sturm des Capitols kein spontanes 'Umkippen' der Stimmung war, sondern von langer Hand vorbereitet und finanziert, wie die Hilfe aus dem Capitol heraus (Mitglieder der Capitol Police, sogar einige republikanische Abgeordnete in Verdacht der Komplizenschaft), die mitgebrachten Utensilien (Waffen, Fesseln) und der knapp misslungene Plan, missliebige Mitglieder des Kongresse gefangen zu nehmen, eventuell  zu töten, von FBI etc. inzwischen interpretiert werden.


 
 

Berichtet wird auch von Abgeordneten und Senatoren, die nicht (mehr) aus echter oder vorgespielter Überzeugung, sondern aus Angst um ihr Leben und ihre Familien (noch) nicht dem Beispiel ihrer 10 Kollegen folgen.

 

Derweil wird es, liest man, still und leer um Trump im Weißen Haus, der von einer Gefühlsaufwallung in die andere fällt, von kurzer, halbherzig vom Prompter abgelesener, anwaltsformulierter Krawalldistanzierung zu ausgreifenden Wutanfällen. Dass er nachhaltig von der Nutzung seiner geliebten Internetplattformen abgeschnitten wurde, trägt das Seine dazu bei. Auch vor seinem vergreisten Consigliere und Leib-und-Magen-Anwalt macht er nicht halt, heißt es:"Trump-Anwalt Rudy Giualiani: US-Präsident macht ihm Vorwürfe - und will seine Rechnungen nicht zahlen." So hat er schon früher gehandelt, wenn's nicht 'nach seiner Nase ging'.

 

Man bedenke aber auch: Hier hat nicht ein vom Himmel gefallener, trickreicher Volkstribun ein Land, ein Volk in vier Jahren Präsidentschaft mit dreistesten, aber gern geglaubten Lügen überrumpelnd vereinnahmt, mit Soap-Opera-Auftritten verführt! Er hat 'nur' das Dunkle in der amerikanischen Seele, das lange vor ihm da war, ans Tageslicht geholt, ihm Stimme und Gesicht gegeben, geistige Beschränktheit geadelt - beileibe nicht beschränkt auf die weißen sozial Abgehängten. Und, memento!, nicht allgemeine bessere Einsicht hat ihn aus dem Amt geworfen, sondern  - Corona, die Pandemie, der er auch nicht ansatzweise gewachsen war, die diese Version von des Kaisers neuen Kleidern entlarvt hat. Heute vor 1 Jahr war er schließlich noch auf der Siegerstraße.

 

NB: Wir Deutschen sollten uns da allerdings gar nicht überheben, sind wir vor weniger als 100 Jahren denselben Weg nur noch viel konsequenter, zutiefst beschämender gegangen - und müssen nun gar sehen, dass sich ein hoffentlich weiter sehr kleiner Teil der Bevölkerung, den Leuten oben nicht unähnlich, anstiften läßt, den glitschigen, abschüssigen Weg wieder einzuschlagen.

 

Demokratie ist eine zarte, empfindliche Pflanze - wußten schon die 'alten Griechen'.

 

 

 

Wenn das Abraham Lincoln erlebt hätte...

 


er habe sich nur aus Eigennutz gegen seinen Auszug aus dem Weißen Haus gewehrt. "Er will nur wegen des Titels dort bleiben. Er will nur für sein Ego dort bleiben", sagte Murkowski. "Er muss da raus." Statt sich auf den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu konzentrieren, sei Trump Golf spielen gegangen oder habe wütend im Oval Office gesessen.
Senatorin warf Trump vor, er habe sich nur aus Eigennutz gegen seinen Auszug aus dem Weißen Haus gewehrt. "Er will nur wegen des Titels dort bleiben. Er will nur für sein Ego dort bleiben", sagte Murkowski. "Er muss da raus." Statt sich auf den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu konzentrieren, sei Trump Golf spielen gegangen oder habe wütend im Oval Office gesessen.
Die Senatorin warf Trump vor, er habe sich nur aus Eigennutz gegen seinen Auszug aus dem Weißen Haus gewehrt. "Er will nur wegen des Titels dort bleiben. Er will nur für sein Ego dort bleiben", sagte Murkowski. "Er muss da raus." Statt sich auf den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu konzentrieren, sei Trump Golf spielen gegangen oder habe wütend im Oval Office gesessen.Die Senatorin aus Alaska sagte der Zeitung "Anchorage News", sie wolle, dass Trump wegen des Sturms einer gewalttätigen Menge seiner Anhänger auf das Kapitol abtritt. "Ich will ihn raus haben. Er hat genug Schaden verursacht", erklärte sie und fügte hinzu: "Falls die Republikanische Partei nicht mehr ist als eine Partei Trumps, stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob das die Partei für mich ist."
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