Besondere Tisch–Ereignisse

Corona Nr. 12 wünscht ein kontaktarm-schönes Osterfest!
09.04.2021

Corona Nr. 12 wünscht ein kontaktarm-schönes Osterfest!

Gleich vorab: Für Ostern-Deutschland gilt

            Dritte Welle ohne Impfung nicht beherrschbar“

aber erstmal ist die 'Beschlußlage' von Kanzlerin-Ministerpräsidenten-Runde nicht beherrschbar: Am 24./25. März, der x-ten dieser Runden, geht es vollends drunter und drüber. Die Ausrufung von Gründonnerstag und Karsamstag zu Feiertagen mit komplett ruhendem Geschäftebetrieb - so vernünftig eine 5-tägige Osterschließung infektionstechnisch sein mag - nimmt die Kanzlerin schon 1 Tag später mit der Bitte an die Bevölkerung um Verzeihung zurück. Und mancher MP legt die übrigen Beschlüsse so aus, wie er sie verstanden haben will.

Und weil wir ja längst im Vorwahlkampf zur Bundestagswahl sind, heißt es in Umkehrung des bekannten Satzes aus dem Kaiserreich nun: "Ich kenne keine gemeinsame Verantwortung mehr, ich kenne nur noch meine Partei". Stürzt die CDU jäh ab (der bis dato unausgesprochene Wettbewerb um die CDU-Kanzlerkandidatur zwischen NRWs Laschet und Bayerns Söder scheint mindestens so schädlich wie die mehr oder minder berechtigten Zweifel am Corona-Management der Bundesregierung/CDU-Zweig), stehen daher in jüngsten Umfragen die Grünen mal sogar kurz vor oder meist kurz hinter der CDU, 'erholt' sich die SPD von 15 auf 17 %. Haut der SPD-Kanzlerkanditat O. Scholz als Bundesminister der Finanzen einen Milliarden-"WUMMS" nach dem nächsten raus, grün-rot-rot wird's nach der Wahl schon richten (Einfaches Preisrätsel: Rate mal, wer's zahlen soll?!).

Ein erstes Aufatmen mit Hoffnungen auf Lockerungen nach dem nur scheinbaren Abebben der 2. Welle erstirbt rasch, weil sich die Corona-Mutante B1.1.7 („englisches“ Covid-Virus) mit deutlich aggressiverem Infektionsverhalten gerade auch bei Jüngeren rasch ausbreitet. Chr. Drosten, vielzitierter Virologe an der Berliner Charité: „Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum. Und die wird dann im weiteren Verlauf sich drastisch erschweren, weil wir es jetzt mit einer viel stärker übertragbaren Virus-Variante zu tun haben. ... Ganz klar ist die Gesellschaft müde von all diesen Kontaktbeschränkungen. Die große Hoffnung ist die Vakzine... .“ (NDR-Podcast)

 

Und so steht's aktuell mit der Impfsituation in Zahlen:

Merke: "Herdenimmunität" wird erreicht ab 60 - 70 % der 'Bevölkerung vollständig geimpft' 

14,7 % (12,2 Mio. Menschen) in Deutschland sind mindestens erstgeimpft, 5,8 % (4,8 Mio.) vollständig. In NRW (10. Rangplatz der 16 Länder) sind es 14,6 bzw. 5,5 %.

19,7 Mio Impfdosen wurden lt. Robert-Koch-Institut bislang geliefert (davon 63 % BioNTec/Pfizer, 28 % AstraZeneca, 9 % Moderna), von denen bislang 17 Mio. Dosen verabreicht wurden - mit sprunghaftem Anstieg seit dem 9. April, dem Beginn der flächendeckenden Impfungen in Hausarztpraxen. Wenn's weiter so läuft, könnten es bundesweit [35.000 teilnehmende Praxen mal 20 Dosen pro Praxistag mal 5 Tage/Woche =] 3,5 Mio. Dosen pro Woche werden. Dafür muss die Produktion nun auch 'brummen'!)

Ein valider Vergleichswert ist die Anzahl verimpfter Dosen pro 1.000 Einwohner: In Deutschland 205, in NRW 201 Dosen.

International (ohne Kleinstländer):

Deutschland       14,7 % Erstimpf.    5,8 % vollst.      205 Dosen

Israel *)              61,3                       56,8                  1.180

Chile                   37,4                       22.2                     596

Großbrit.             46,8                         9,0                     558

USA                    33,5                       19,8                     528

*) 10.04. Pikanter Nachtrag: Pfizer informiert, dass die israelische Regierung zwar schon die gesamte bestellte Erstimpfmenge erhalten habe, aber außer einer Vorauszahlung bislang zahlungssäumig sei, weshalb die versandfertigen Dosen für die weiteren Impfungen an andere Abnehmer geschickt würden. Chuzpe Netanyahu-style.

 

Zu denken gibt, dass ca. 50 % der Infizierten und ca. 60 % der Schwererkrankungen und Todesfälle bei uns Migrationshintergrund haben sollen. (Relative) Armut, sehr begrenzte Wohnverhältnisse, Bildungs- und Sprachprobleme dürften eine große Rolle spielen. Das Phänomen passt zu den Zahlen aus Brasilien mit dem hohen Anteil an Armen/Ungebildeten und aus den USA mit dem hohen Infektionsanteil der afroamerikanischen Bevölkerung. Bei uns dürften die kulturelle Abgrenzung zum Umfeld, großfamliäre Gewohnheiten (Mammut-Hochzeiten!), Gleichgültigkeit oder Mißachten sozialer Umgangsregeln, gar Verachtung der allgemeinen Prinzipien unseres Gemeinwesens erschwerend hinzukommen.

Protestaktionen von Gegnern der Pandemiepolitik laufen, Stuttgart voran, an vielen Orten masken- und abstandsfrei aus dem Ruder, werden mit dem (einen bekannten Schlager leicht abwandelnden) 'Schlachtgesang' "Maskenlos durch die Nacht" zu einem enthemmten Infektionshappening. Die Polizei steht (Stichworte "Gesundheit, Deeskalation") am Straßenrand, und Politik findet das sogar richtig, versucht nicht einmal, die eindeutigen Regeln des Infektionsschutzgesetzes pflichtgemäß durchsetzen zu lassen.

 

Verwirrung gab und gibt es um das Vakzin von AstraZeneca nach dem Auftreten einer, gemessen an den Gesamtimpfzahlen, verschwindend geringen Anzahl von Hirnblutungen insbesondere bei jüngeren Frauen. Um nicht bereits gelieferte Mengen verfallen zu lassen, wurden die Altersgruppenzuordnungen der Impfabfolge hin- und hergeändert, mal nur für Jüngere, inzwischen nur für Ältere >60/

                      

In dieser Gesamtsituation (Bundes-Inzidenz deutlich >100) überrascht, dass vor Ostern für einige ausländische Ziele Reisewarnungen aufgehoben worden sind, u.a. für Mallorca (BILD „Malle für alle“), woraufhin die Fluggesellschaften ihre Flüge in großer Zahl aufstocken. Während die heimischen Ziele besonders an Nord- und Ostsee tabu bleiben.

Der Wunsch nach Urlaubsfreiheit kann arg aufwändig werden: Im Umfang der vorher und nachher zu erbringenden "Negativ"-Nachweise und, fehlen diese, auch in Geld. Ein Oster-Serbienbesucher berichtet: Bei Abflug Düsseldorf genügt der Fluggesellschaft der Nachweis der vollständigen Impfung, bei Ankunft in Belgrad zählt dieser nicht, wird stattdessen ein 36-Stunden-aktueller, offiziell durchgeführter  Schnelltest (70 - 80 Euro) verlangt. Die später im Land erhältlichen Informationen zum Nachweis bei Ausreise sind nicht klar, Teststellen am Wochenende spärlich und ohne Serbisch schwer zu finden. Daher beim Abflug-Eincheckversuch am Flughafen ohne aktuellen offiziellen Negativtest: abgewiesen, nach Belgrad (20 km) geschickt: 100 € Taxi hin, 80 € Test, 100 € Taxi zurück zum Flughafen, Flugzeug weg, Übernachtung nahe Flughafen auf eigene Kosten; nächster Flug erst nach >48 Stunden, also wieder in die Stadt, wieder Testgebühr und 2 x Taxi. Bei geplant 5 Osterferientagen geht mehr Zeit und Geld für 'Corona' als für Urlaubseindrücke drauf - die Anforderungen zuhause nicht mitgerechnet. OK, selbst schuld, wer fliegt denn zu Ostern nach Serbien? Doch auch die Übernachtung auf Mallorca bei positivem Testergebnis am Flughafen, soweit nicht in einem angeblich runtergekommenen Sammelhotel 'verwahrt', geht schnell ins Geld, gibt dem Urlaubserlebnis den verdienten Kick... Hoffentlich wirkt's!

 

Der Kanzlerin reißt die Hutschnur ob der Länder-Kakophonie ganz unterschiedlich interpretierter gemeinsamer Beschlüsse, ob des föderalen, handwerklich zwar gut gemeinten, aber schlecht gemachten Stückwerks. Weil sich selbstverständlichste Grundanforderungen an gute (Rechts)Politik - Einheitlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Rechtssicherheit - im außerparlamentarischen Kanzlerin-MPen-Format augenscheinlich nicht realisieren lassen, will sie Landeskompetenz auf den Bund ziehen, will sie diese und andere Anforderungen in der 15. Woche in Bundesgesetzform  gießen lassen. Hoffen wir, dass 'die Politik' wieder in Gleichschritt kommt, das Erringen vermeintlicher Wahlkampfpunkte hintanstellt, die Bürger zurückfinden ins Vertrauen an 'die da oben' wie im 1. Halbjahr der Pandemie.                                                                                                                    Immerhin: Laschet und Söder scheinen die Zeichen erkannt zu haben, wollen nun schnell entscheiden, wer ins Rennen gehen soll (Söders Beliebtheitswerte um Längen besser als die von Laschet).

               

 

Ein wenig Lit-persönliches: Neulich hatte ja schon die Online-Terminbuchung für die Impfung einer >80-jährigen entgegen allen Negativmeldungen binnen Minuten geklappt. Am Impftag - auf langes Warten eingestimmt von einer Lange-Schlange-Meldung der ARD - verging zwischen Parkplatzankunft und -abfahrt eine 3/4-Stunde, wohlgemerkt einschließlich der 1/2 Stunde Vorsichtswartezeit nach dem Impfen. Bestens organisiert, Flughafenfeeling. Und das, versichert eine der vielen Helferinnen, sei von Anfang an so gelaufen. OK, warten wir auf den 2. Impftermin in 3 Wochen. (Anm.: war sachlich und zeitlich ähnlich) "Was", so fragt sich Lit "mache ich denn immer nur falsch, dass meine Erfahrungen so viel besser sind als medienkolportiert?"

 

Zur 'Strafe' und da sich Euer Lit nun 1 Jahr lang für Euch und die Tisch-Nachwelt so ausführlich mit 'Corona' befaßt hat, unterzieht er sich abschließend einem tischwissenschaftlichen Corona-Selbstversuch:

30.03.2021 Besprechung zuhause zu zweit mit 1 Besuchsperson, maskengeschützt, AHA beachtend  

01.04. Firmeninterner Schnelltest bei der Besuchsperson: positiv, danach PCR-Test: positiv             

02.04. Karfreitag                                                                                           - Nachricht von Besuchsperson, dass "positiv" (ca. Nr. 19.400 von bis dahin knapp 20.000 positiven Düsseldorfern, gezählt seit 03.03. 2020)

- Anruf des Gesundheitsamts: "Sie sind Erstkontaktpersonen zu einer positiv getesteten Person; 14 Tage Quarantäne ab Kontakt unabhängig vom PCR-Testergebnis; zwischen 5. und 7. Tag ab Kontakt PCR-Test im Drive-In Mitsubishi Halle". Stimmung: "Schiete!"

- Kauf von 2 Schnelltests in der Apotheke (der unangenehme Test durch die Nase), von kundiger Hand appliziert: wir beide negativ. Stimmung: etwas beruhigt.                                                                                                                          05.04. Ostermontag 0211-8996090 Coronazentrum Drive-In Mitsubishi Halle: "Kommen Sie schnell, Termin frei. E-Terminbestätigung folgt prompt" (eigentlich, doch meine E-Adresse wurde dort falsch eingegeben, also erst nach Kontrollrückfrage):             

"Sehr geehrte(r) Herr / Frau,
der folgende Termin in einem unserer Diagnosezentren wurde für Sie verbindlich festgelegt:
Datum: Montag, den 05.04.2021
Uhrzeit: 15:10
Name der Person: Uwe, Mona
Ort: städt. Diagnosezentrum, Drive IN Siegburger Straße 15 (Parkplatz der Mitsubishi Electric Halle), 40591 Düsseldorf
Terminnummern: 2405, 2409
Bitte bringen Sie unbedingt die folgenden Dokumente zu Ihrem Diagnosetermin mit:
- Krankenkassenkarte (Bei Nichtvorliegen der Krankenkassenkarte wird der Test in Rechnung gestellt.)
- Diese Terminbestätigung (digital oder ausgedruckt)
- Personalausweis
Bitte beachten Sie außerdem die folgenden Hinweise:
- Der vereinbarte Termin ist nicht auf andere Personen übertragbar.
- Erscheinen Sie zu dem Termin in jedem Fall ohne Begleitung.[Immerhin, wir durften zu zweit mit einem Auto kommen]
- Erscheinen Sie pünktlich, aber nicht mehr als 20 Minuten vor Ihrem vereinbarten Termin.
- Folgen Sie in jedem Fall den Anweisungen des Personals vor Ort.
Mit freundlichen Grüßen Ihre Corona-Hotline"

PCR-Tests zügig durchgeführt (Warten im Auto plus Tests ebenfalls im Auto durch's Fenster ca. 20 Minuten). 

06.04. Ab 24 - 36 Stunden können anhand der gestern mitgegebenen Informationen etc. über iPhone die Ergebnisse abgerufen werden: Befund für beide negativ, Stimmung: Sehr erleichtert.                                               

07.04. Eingang Schreiben Landeshauptstadt Düsseldorf Gesundheitsamt: 4!-seitige "Schriftliche Bestätigung einer Ordnungsverfügung: ...Die mündliche Ordnungsverfügung..., durch die Sie sich in Quarantäne (Isolation bzw. Absonderung) begeben mussten, wird hiermit gem. § 37 Abs. 2 Verwaltungsverfahrensgesetz NRW (VwVfG NRW) schriftlich bestätigt. Die Anordnung hatte folgenden Inhalt: 1. ... ab 02.04.2021 bis 13.04. in Quarantäne in Ihrem Wohnraum aufzuhalten. Kontakt ausschließlich zu behandelndem Arzt, Seelsorgern oder Urkundspersonen... Dabei Mund-Nasenschutz zu tragen. 2. Kontrolle ... durch unangekündigte Wohnungsbegehungen und Telefonate zu dulden...                                        I.Sachverhalt...                                                                                                        II. Begründung: ... gemäß § 30 Abs. 1 S. 2 Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 54 IfSG i.V.m. § 3  IfSBG-NRW, Art. 2 Abs. 1 GG in Konkurrenz zu Art. 2 Abs. 2, S. 1 GG, § 29 IfSG... Ich habe mich daher zur Anordnung der Quarantäne entschieden....                                                                                      Hinweise: 1. Diese Ordnungsverfügung wird gem. § 43 Abs.2 VwVfG NRW mit Ablauf des obengenannten Enddatums unwirksam, sofern nicht eine anderslautende Verfügung ergeht....                                                            2. Widerspruch und Anfechtungsklage (ohne aufschiebende Wirkung) gem. § 28 Abs. 3 i.V.m. § 16 Abs. 8 IfSG.                                                                    3. Sollten Sie den Anordnungen nicht nachkommen: § 30 Abs. 2 IfSG (zwangsweise Unterbringung).                                                                     4. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 i.W. fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden, § 73 Abs. 1a Nr. 6, Abs. 2 IfSG.                                                                          Rechtsbehelfsbelehrung...                                                                Amtsleiter Gesundheitsamt." 

Stimmung: Ach, ist sie nicht schön, unsere Juristenprosa?! Da kommt Lits satirische Saite doch gleich in Schwingungen. Es fehlt nur noch das erbauliche Gendern zum Adeln als Juristenlyrik ...

Nun gut, leider müssen solche Anordnungen (so) sein, weil es immer irgendwelche Zeitgenossen gibt, die auch über vernünftigste Anordnungen rechtsstreiten müssen. Und doch: Wenn denn in der faktischen Abwicklung der Corona-Maßnahmen alles so präzis abliefe wie die behördliche Effizienz auf den Nebenschauplätzen, hätten wir längst 120 % Herdenimmunität! Oder?  

 

 

 

 

Fortsetzung ...

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