Besondere Tisch–Ereignisse

Auf ins digitale Monatstreffen am 1. Dienstag eines Monats
04.05.2021

Auf ins digitale Monatstreffen am 1. Dienstag eines Monats

"Diese Videokonferenz wollen wir nun mit unserem 1. Dienstag im Monat verknüpfen", schrieb jüngst unser Tischbaas Gerd. Also sozusagen das Normale, die monatliche Erst-Dienstag-Treff-Routine, mit dem (noch) Besonderen der Digitalwelt verbinden, folglich aus diesem Besonderen die neue Normalität zu machen.

Prompt meldet sich Tischvizebaas Frank:

"Liebe Tischfreunde, gern lädt euch der Tischvorstand zu einem virtuellen Treffen ein, so dass wir uns alle wenigstens am Bildschirm mal wiedersehen können. Wir haben hierfür unseren traditionellen Termin am ersten Dienstag des Monats ausgewählt.

Wir freuen uns, wenn ihr euch den Termin eintragt und teilnehmt.

Frank Schürmann lädt Sie zu einem geplanten Zoom-Meeting ein.

Thema: Tisch Wirtschaft

Uhrzeit: 4. Mai 2021 18:00   Düsseldorf ":

 

Und so kommt's.

Diesmal nur noch anfangs 7, später 6, zum Ende hin 5 Heimatfreunde versammeln sich zum nun schon 3. Bildschirmtreff des Tisches Wirtschaft, den diesmal Vize Frank ("Herzlichen Dank!") organisiert hat, Daniel ist heute verhindert.

 

Grundtenor: Wenn es heute wegen vieler anderweitiger Digital- und Analogtermine auch nur so wenige geschafft haben, dabei zu sein, so ist es doch schön, sich mal wieder munter und lebendig gesehen zu haben - wenn auch nur am Bildschirm. Man weiß nun wieder, dass es uns noch gibt - jedenfalls die, die sich eingezoomt haben.

 

Eigentlich gibt es auch nichts Rechtes zu kommunizieren außer in 60 Treffminuten gefühlte 75 Minuten "Corona" im persönlichen Umfeld, in den Auswirkungen auf Gesellschaft und Unternehmenswelt. Aber warum sollte es ausgerechnet uns und hier anders ergehen, als in allen sonstigen Gesprächen und Convivchen?!

 

Das 'stille Sterben', also das leise Ausscheiden aus dem Gewerbsleben, existenzgefährdendes Warten auf die mit zähen bürokratischen Anforderungen behafteten staatlichen Hilfen, Befürchtungen um eine tsunami-artige Insolvenzwelle nach dem Ablauf der Konkursverschonung, flächiges Sterben von Kneipen und Restaurants und ansässigem Einzelhandel, Probleme bei der Abgrenzung, ob Unternehmen schon vor Corona oder 'nur' durch Corona obsolet werden ... sind so einige der anklingenden Aspekte - so viele, dass wir zu so dräuenden gesellschaftlichen Fragen wie Kitas/Schulen/Unis, wie Impfprioritäten, prekäre Lebensverhältnisse als Inzidenztreiber, allmähliche oder zügige Öffnung gar nicht die Zeit haben. (Abgesehen davon, dass dieses Bildschirm-Medium nicht wirklich für Diskussionen, informelle Gespräche nach links und nach rechts und 'über den Tisch' ausgelegt ist.) 

 

Außerhäusliche Begegnungen, Erlebnisse tendieren gen null, von Veranstaltungen ganz zu schweigen - so geht es allen. Was früher, also vor Corona, Normalität war, ist nun unerreichbar Besonderes und Corona die Normalität, nicken alle. "Was gäbe ich für ein frisch gezapftes Füchschen, gar in netter Runde!" seufzt unser Tischbaas Gerd - wie bescheiden sind unsere Ansprüche schon geworden.

Dieter (D.), statt in seinem chicen Oldtimer durch den Frühling zu gleiten, hat auf (Miet-)Wohnmobil umgestellt - erst danach merkend, dass die ganz unterschiedlichen Bundesländerbestimmungen, vom Ausland noch gar nicht gesprochen, eine Ausfahrt aus NRW heraus zu einer regulatorischen Mammutaufgabe machen; da parkt er doch lieber gleich in seiner Garageneinfahrt und stellt das Picknick-Ensemble mit Sektkühler in den Vorgarten, von wegen Straßenaussicht (die gehobene Variante von 'Kissen in Fenster'). Frank begnügt sich schon mit dem Ausflug an das hiesige Rheinufer zwischen Fortuna-Büdchen und Theodor-Heuss-Brücke - wenn auch die sanitären Fragen spätestens ab Beginn der nächtlichen Ausgangssperre fast nicht zu lösen sind: Toi-Kapazitäten des Wohnmobils limitiert, da addieren sich Übertreten der Sperrstunde und Wildpinkeln rasch zu stattlichen Sümmchen. Ein Thema, das sich, exkursmäßig, zum kundigen Austausch von Erfahrungen bei der Entsorgung der Wohnmobil-Fäkalplastikbehälter hier und in Kanada und überhaupt entwickelt - Sch...-Thema im Wortsinn, gewiß,  immerhin mal nicht das Sch...-Corona.

 

Da versucht dann Klaus (D.) mit der klaren Ansage zu trösten, dass nach seiner Einschätzung im Juni (auf Nachfrage: ja, 2021) das Gröbste überstanden sein, eine gewisse Normalität zurückgekehr sein wird.

Ein sehr mutiges Statement!

Jedenfalls angesichts der wachsenden Expertenzweifel, dass Herdenimmunität nicht erreichbar sein wird. Der Befürchtung, dass es kein offizielles Ende dieser Seuche geben wird, u.a. weil die Lage in anderen Teilen der Welt - besonders schwer getroffen Brasilien und inzwischen 'führend' Indien - zu dramatisch ist. Weil die körperliche Nähe prekärer Lebens-/Wohn-/Arbeitsverhältnisse nicht verschwindet. Weil das Impfen in weiten Teilen des Globus mangels Impfstoff nicht vorankommt. Weil, auch deshalb, der Weltanteil der 1x Geimpften gerade mal 8 % der Weltbevölkerung, der der 2x Geimpften winzige 4 % ausmacht, wie man liest. Mauern hoch, Schotten dicht? In einer so vernetzten Welt ist das nicht möglich, selbst wenn man von stark rückläufigem Geschäftsreiseverkehr ausgeht. Das in Europa vielfach herbeigesehnte Anlaufen des privaten Auslandsreiseverkehrs wird alle Bemühungen unterlaufen - die an Zahl und Erscheinungsformen stetig zunehmenden Mutanten und Varianten freuen sich schon auf uns, bereits im Nachilfeunterricht bei multiresistenten Keimen und ähnlichen Mikroben.

 

Dennoch: Laßt uns, hopp!, auf Klaus' Optimismus setzen!

 

Einige Grüße von nicht anwesend sein Könnenden werden ausgerichtet, dann schließt Gerd nicht ohne ein alle Tischfreunde einbeziehendes "Prost!" gegen 19 Uhr diese Session.

Mit einem Digitaltreffen jeden ersten Dienstag im Monat soll, so hoffen Baas und Vizes, für die nächsten Monate eine gewisse Tischnormalität hergestellt werden - also merkt Euch den Dienstag-Termin schon mal vor.  

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