Besondere Tisch–Ereignisse

1. Dienstag im August diesmal am 2. Di., 10.08.21
03.08.2021

1. Dienstag im August diesmal am 2. Di., 10.08.21

Unser Tischvorstand schreibt:

"Liebe Jonges, leider können die Heimatabende der Jonges weiterhin nicht im Henkelsaal stattfinden. Der Jongesvorstand hat eine Ausweichfläche gefunden, in dem – abhängig vom Wetter – Heimatabende mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden können.

Der Tischvorstand schlägt Euch vor, dass wir den nächsten Termin gemeinsam wahrnehmen. Am 10. August findet im Treibgut am Stahlwerk (Ronsdorfer Straße 134) ein Jongesabend statt, bei dem sich vier der Bundestagskandidaten aus Düsseldorf vorstellen.

Da wir uns tischweise anmelden müssen bitten wir um Eure kurzfristige Zusage, wenn Ihr dabei sein wollt. Wir würden uns um 18:30 Uhr treffen.

Viele Grüße! Gerd – Klaus - Frank     

Tischgemeinschaft Wirtschaft"

 2 neue Gäste sind zu dem Termin avisiert: F. Wittgens, Max Schönauer.

 

Wenig später: War dann doch ein Vorgang mit "x", war nix, denn "Leeve Jonges," schreibt der e.V.-Vorstand, "leider ist die Wettervorhersage für den 10.08.2021 erneut nicht positiv. Eine 95%ige Regenwahrscheinlichkeit ist prognostiziert. Darum sehen wir uns gezwungen, erneut einen Heimatabend absagen zu müssen. Wir bedauern dies sehr. Wir hoffen, dass wir in einer Woche endlich wieder einen Heimatabend veranstalten können."

Natürlich weiß sich unser Tischvorstand zu helfen: "Liebe Heimatfreunde, damit der Abend nicht komplett ins Wasser fällt, treffen wir uns stattdessen um 19 Uhr bei Toxotis auf der Kaiserswerther Str. 402. Wir haben für alle die zugesagt hatten reserviert, hier ist aber Platz für weitere Jonges. Wer also noch kommen möchte kann kommen.

Bis morgen! Gerd- Michael, Klaus, Frank"

 

Gute Resonanz bei den 12 Teilnehmern (12, wenn diese Interpretation der App-geteilten Fotos zutrifft): "Ihr habt vorgestern eine so tolle Alternative organisiert" mailt der damit für künftige Treffen inspirierte Martin an Frank, und die Tisch-WhatsApp klingt im Tenor ähnlich "haben den Gästen ein gutes Bild von unserem Tisch vermitteln können", freuen sich Gerd und Frank. Wichtig, denn die beiden Gäste könnten die Tisch-Alterspyramide zwar nicht gleich von der Spitze auf die Füsse stellen, aber doch an der Basis stärken.

 

"Liebe Jonges", ergänzt Frank am 12. August, "neuer Termin für die Vorstellung von Bundestagskandidaten ist jetzt der 31. August. Entgegen der bisherigen Planung wird nun leider auch einem Vertreter der Linken ein Podium geboten: Walter Born - Die Linke Düsseldorf."

Na, na, Frank, was ist denn das für ein Politikverständnis, werden doch die Linken (wiewohl Systermveränderer im Schafspelz) längst als Teil der demokratischen Parteienordnung gesehen - im Gegensatz zur nicht eingeladenen AfD (Systemveränderer im sichtbar braunen Pelz). 

Lit

 

 

PS

Nach längerer Pause mal wieder ein Buchtitel-'Gruß' aus Lits ex libris - schwere Kost diesmal.

Gestern, am 2. August, lief im TV/ARD der Film "Der Fall Collini" nach einem Roman von Ferdinand von Schirach. Im Kern ging es um die Erschießung von Bewohnern eines Dorfes nahe am damals schwer umkämpften Monte Cassino durch die Waffen-SS als Vergeltung für die Erschießung zweier deutscher Soldaten durch italienische Partisanen.

 

Dieser Kern hat mich veranlaßt, nach langer Zeit das Buch "Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg", Hermann Frank Meyer, Ch. Links Verlag, 2008, wieder zur Hand zu nehmen. Der Autor, meines Alters, ist der Sohn eines in dieser damals gefeierten, später berüchtigten Division in Griechenland gefallenen Offiziers, der den Soldatentod seines Vaters und die Gerüchte um diese Division zum Anlass einer umfassenden Recherche (knapp 800 Seiten, die man kursorisch oder abschnittsweise lesen kann) über die Geschichte dieser Division und auch über die von ihr durchgeführten Erschießungen von zivilen Dorfbewohnern genommen hat. Diese Ereignisse wurden anläßlich eines Trauerbesuchs des Bundespräsidenten Gauck in einem der griechischen Dörfer vor einigen Jahren, wenn auch nur sehr kurz, ins öffentliche Licht gerückt. Ich erwähne das aus zwei Gründen:

 

Zum einen verbinden viele diese Ermordungen ziviler Geiseln vorzugsweise mit der SS, aber es waren eben auch reguläre Verbände der Reichswehr, die nicht nur an der Ostfront Verbrechen gegen die Menschlichkeit (wie es - erst - seit 2002 in Art. 7 des Römischen Statuts für den Internationalen Gerichtshof heißt) begangen haben.

 

Zum anderen - und hier wird es ausnahmsweise recht Lit-persönlich - ist mein Vater Dr. Hans Stiebale als Offizier der benachbarten Gebirgsjägerdivision, ebenfalls Teil des XXII. Gebirgs-Armee-Korps, vor soeben 77 Jahren bei einem der ersten konzertierten Großangriffe eines Partisanenverbandes an der griechischen Westküste gefallen. Ich habe vor Jahren das genannte Buch Seite um Seite mit zitternder Hand gelesen, befürchtend, beim nächsten Seitenumblättern im Zusammenhang mit der Division meines Vaters auf ähnliche Rechercheergebnisse zu stoßen. Zur großen Erleichterung nichts - außer dem nüchternen Eintrag nach 624 Seiten "... hatten Partisanenverbände eine Kompanie der 104. Jäger-Division bei Agrinion überfallen und fast vollständig 'aufgerieben' "- der erste Einsatz meines kampfunerfahrenen Vaters als Kompanieführer.                                                                                        

Mit meinem Stiefvater habe ich als Heranwachsender übrigens oft diskutiert, ob die legalistische Einstufung von Partisanen als Nicht-Kombatanten nach der Haager Kriegsordnung richtiger ist oder meine Auffassung von Patrioten, die ihr Land, egal ob in regulärer Uniform oder in abgerissenen Klamotten, gegen Besatzer verteidigen - eines der wenigen Themen, bei denen wir nie auf einen gemeinsamen Nenner gekommen sind.

 

Tempi passati, aber der Film gestern ließ dies alles wieder hochkommen - vielleicht ein kleines Memento für die Jüngeren am Tisch, denen diese Ereignisse zu Recht ganz weit weg sind. Denn absehbar wird es nicht mehr allzu lang Menschen geben, die solches aus quasi unmittelbarer Erinnerung vermitteln können.

 

"Dulce et decorum est pro patria mori", so hieß es damals im offziellen Kondolenzbrief an meine Mutter - nein, ein verbrecherisches Regime hat(te) kein Anrecht auf diesen stolzen römischen Ehrensatz (Horaz) für im Kampf für ihr Vaterland Gefallene. Man sollte ihn jedem heutigen Rechtsradikalen jeden Tag um die Ohren schlagen.

Ehrensatz? Ich argwöhne, dass es für die Gefallenen und Hinterbliebenen aller Kriege der Menschheit nie "Süß und schmückende Ehre war, für das Vaterland zu sterben".

 

Zu persönlich für hier? Sei's drum.

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