Besondere Tisch–Ereignisse

WM 2026 Der Tisch kickt mit
08.06.2026
18:00 Uhr

WM 2026 Der Tisch kickt mit

"Liebe Tischfreunde" schreibt Tischbaas Frank, "ich lade euch herzlich ein zur gemeinsamen Unterstützung unserer Nationalmannschaft. Wir wollen das Eröffnungsspiel der Gruppe E gegen Curaçao am 14. Juni um 18 Uhr gemeinsam in den Kasematten verfolgen. Gespielt wird im NRG Stadium, Houston/Texas" und zwar, was Frank besonders wichtig scheint, "vermutlich mit geschlossenem Dach" [damit die Träume nicht so schnell verfliegen können].

 Wir haben im Schlüssel Plätze reserviert, können diese aber nur behalten, wenn ihr recht pünktlich um 18 Uhr eure Plätze einnehmt.

Vielen Dank lieber Ferdinand, dass du die Tischfreunde im Empfang nimmst und bitte zu Spielbeginn nicht belegte Plätze freigibst!

 Ich bitte um eure Rückmeldung!

 Viele Grüße! Frank"

Was sich so nicht halten ließ, Frank muss nachlegen:

"Liebe Tischfreunde, leider wurde die uns zugesagte Reservierung in den Kasematten geändert, so dass wir bereits um 15 Uhr unsere Plätze einnehmen müssten.["It's the economy, stupid!" wusste schon Bill Clinton: Umsatz, Umsatz!! Denn warum sollen nur die FIFA und die lokalen Ausrichter mit horrenden Preisen absahnen können?! Money makes the world go around, right? Auch in den Kasematten]

Wir haben daraufhin entschieden, den Wirtschafts-Fan-Tisch zu verlegen in die D-Schänke Niederkassel. Dort erwartet uns Thomas Demske um 18 Uhr im Biergarten.

Trost: Es wird ja das gleiche Spiel übertragen! [Hoffentlich! Wie kann sich Frank da so sicher sein?]

 Vielen Dank lieber Ferdinand, dass du die Tischfreunde im Empfang nimmst und bitte zu Spielbeginn nicht belegte Plätze freigibst!

 Ich bitte um eure Rückmeldung!

 Viele Grüße! Frank

 

Da musste sich unser beckmessernder Ex- Literat natürlich äußern:

Lieber Frank,

 nach dem Auftakt gestern in Chicago, den ich zeitweilig betrachtet habe – nur zeitweilig, weil ich den Eindruck hatte, da spielt Fortuna oder 96 oder beide, nur etwas schneller -, könnte Curacao schon eine Art Endspiel werden, i.S. von Ende aller großmäuligen Ankündigungen, Weltmeister 2026 zu werden. Aber vielleicht täuscht meine geringe Expertise, die mehr von Op- als von Taktik geleitet ist. Immerhin  schön, dass am 14. „vermutlich mit geschlossenem Dach gespielt wird“,  wie Du schreibst, da können die Träume nicht so schnell ver-/wegfliegen.

 

Da ich in der Woche Urlaub mache, habe ich leider nichts vom  „vermutlich geschlossenen Dach“, vulgo, lieber Frank: Ich bin nicht dabei.

 

Allen Fans am Tisch viel Spaß im ‚Schlüssel‘, viele Torschreie bei Runden ins Eckige und ein aufmunterndes beckenbauersches „Geht’s raus und spuilt!“ – ‚s wird scho‘ mit dem Cup, jedenfalls Trump soll ihn nicht kriegen und Infantino ihn nicht behalten. Der sollte sich lieber schämen, wie Spieler aus in den US-MAGA-Behörden nicht so beliebten Ländern bei der Einreise behandelt werden. Hat sich der DFB, größter Verein der Welt noch vor den Düsseldorfer Jonges, dazu mal verlautbart, und sei es wie in Qatar als Mannschaftsstatement mit geschlossenem Mund? Eher nicht: nein, ist doch alles nur ein Spiel – die Welt versöhnend, denn "allüberall auf den Stadionsitzen sieht man fröhliche Menschlein schwitzen“, wie es in dem bekannten Fussballgedicht*) heißt.

 

H. Zimmermann sel. „Aus dem Hintergrund müsste Musiala  schießen – Musiala könnte schießen – Musiala schießt – TOOOOR!TOOOOR! TOOOOOOR für Deutschland!“ Und  „Deutschland ist Weltmeister!“

Träumt nicht nur für Frank und alle noch unter „Fortuna“ Leidenden trotz obiger kritischer Worte

Uwe

 

*)PS

Wer’s vergessen hat, das erwähnte Gedicht, es geht, wie Ihr von klein auf, also mindestens von 1954 an, wißt, so:

 

„Von drauß von Deutschland komm ich her.

Ich muß Euch sagen, es fussballert sehr!
Überall auf den Stadionsitzen
Seh ich fröhliche Menschlein schwitzen.
Und von hinten aus dem großen Tor

Lugt mit großen Augen ein Neuer Manu hervor.

 

Und wie ich so fuhr mit Chicagos so  teuerer Bahn,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
Hallo, rief es alter Gesell,

Hebe die Beine und spute dich schnell.

Die Plätze im ‚Schlüssel‘ nur behält,

Wer ganz pünktlich sich verhält.

Die Spieler fangen zu rennen an,

Curacaos Tor  ist aufgetan.

Doch Verteidigung und Sturm sollen nun

Von der Jagd nach’m Ball erst einmal ruhn.   

(Aha: Trinkpause)


Denn erst morgen fliegt Trump hinab zur Erden,

Hin zu dieser großen Sause,

Soll ja schließlich greater than ever werden!

Wie’s die Welt noch nie hat gesehen,

Wird es hier nun geschehen:

Den Pokal will er holen,

Nicht Schland oder Polen.

Er allein gewinnt dieses Spiel,

So lautet doch sein hehres Ziel:

Denn der Donald'Or, der Donald'Or steht überall im Fussballtor,

Wie der Ball auch kommt, der Schuss auch fällt,

Der Donald'Or, er steht und hält.

Denn der Coup d’Or, dieser Welt-Pokal,

Gebührt allein dem Welt-Donal.

Des walte FIFAs Infantino,

Das Kindlein heißt's, auf italino.


Von drauß' von Deutschland komm ich her.

Ich muss euch sagen, es fussballert  sehr!

Nun sprecht, wie‘s Euch gefiel.

Sind's gute Spiel, sind's schlechte Spiel?

 

Auf einige eher kritische Gedanken zur Qualität der Mannschaft und zur Austragung in 3 Ländern reagierte Frank sowohl mit Kritik an der spielerischen Kritik als mit Verständnis zur Austragung ("FIFA-Mafia").

 

Hierzu fiel Uwe aus der Erinnerungskiste des Alten ein:

Ich habe nichts dagegen, dass die WM in den USA oder Mexico stattfindet.  1970, als sich niemand in den USA für Soccer interessierte – außer in New York unter uns Deutschen aus Little Germany  und den Italienern aus Little Italy – hatte ich ein Supererlebnis im Madison Square Garden. Dort, und nur dort, nicht im TV, wurde das sensationelle Italienspiel (Schnellingers Tor in letzter Monate mit der daraus folgenden Wahnsinns-Verlängerung) vor zig-tausend Zuschauern, ca. halbe : halbe Deutsche und Italiener, übertragen. Und so, wie das Spiel hin- und herwogte, wogte die Stimmung hin und her. Gänsehaut pur. Der NY Times war das Spiel am nächsten Tag einen schmalen Kurzzeiler irgendwo zwischendrin wert – es interessierte ‚die Amis‘ schlicht nicht.

 

Zu Franks (ver)tröstendem "„muss zugestanden werden, dass der Wahl grundsätzlich ein demokratischer Prozess zugrunde liegt“, fiel dem darob skeptischen Uwe nur dies noch ein: Was willst Du denn damit sagen? Dass es so in den Statuten steht? Die Realität ist doch wohl anders. Nach den Beispielen der letzten Vergaben  bieten sich zur nächsten Austragung – wir in Schland wollen ja nicht mal Olympische  Spiele – geradezu Israel und Iran als gemeinsam ausrichtende Länder an, das könnte versöhnend wirken und Geld für den Wiederaufbau  bringen: Infantino Hand in Hand mit Ben Gvir, Netanjahu und den Führern der iranischen Revolutionsgarden, da würde Trump vor Neid platzen oder eher sich, weil noch etwas hin, im Grab umdrehen. Erst recht deshalb: Friedens-Nobel-Preis für die FIFA. 

 

 

 

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